Über 100 Jahre Heger:
Tradition und Innovation

Von heute bis damals

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Der jüngste Schritt war die Gründung von HegerFerrit, einer eigenständigen, neuen Gießerei im Konversionsgebiet des nahe gelegenen Ortes Sembach im Jahr 2009. Für 25 Millionen Euro entstand eine Gießerei zur serienmäßigen Herstellung von Gusskomponenten in der Gewichtsklasse bis zu 30 Tonnen, insbesondere für Windkraftanlagen. Damit wurde die Erzeugungskapazität um 30.000 Jahrestonnen erhöht.

Zum 100-jährigen Firmenjubiläum in 2002, übergab Hans-Jakob Heger die alleinige Geschäftsführung an seinen Sohn Johannes, der sich als Geschäftsführer schon seit 1995 bewährt hatte.

Die Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern und den ansässigen Fraunhofer-Instituten wurde verstärkt, die Simulation von Gießprozessen entscheidend weiterentwickelt und das Unternehmen ausgebaut.

 

Johannes Heger

Geschäftsführer Johannes Heger

Hans-Jakob Heger vor Kunstgussfigur

Hans-Jakob Heger

Engagement der Familie Heger

Hans und Hans-Jakob Heger

Hans und Hans-Jakob Heger

Hans Heger und sein Sohn Hans-Jakob Heger haben sich auch außerhalb des Unternehmens engagiert.

Hans Heger war 1950 der Initiator der „Arbeitsgemeinschaft Eigenheim“, in der viele Mitarbeiter, insbesondere in der Heidestraße in Enkenbach, dank erheblicher Eigenleistung Häuser errichteten. Eine schmucke Siedlung - noch heute weitgehend im Besitz der Nachkommen.

Hans-Jakob Heger engagierte sich in Unternehmerverbänden, unter anderem als Vizepräsident der LVU, der Landesvereinigung der rheinland-pfälzischen Unternehmerverbände, Präsident der Industrieverbände Neustadt IVN, Vorstandsmitglied und Schatzmeister von „Gesamtmetall“ und ist seit 2002 Ehrenpräsident des Verbandes der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und 1. Klasse. Außerdem wurde er mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Siedlungshäuser

Siedlungshäuser der "Arbeitsgemeinschaft Eigenheim" in Enkenbach

Eine Gießerei im Wandel

Apparat-Teile

Kolonnenboden für chemische Industrie

Die Produktpalette der Gießerei wandelte sich stetig. Erwähnenswert: 1926 wurden die ersten Gehäuse für Schiffsdieselmotoren gegossen. Mit modernen Motorengehäusen werden heute noch jedes Jahr Millionen-Umsätze getätigt.

Seit 1926 fertigte das Tochterunternehmen „Gebrüder Heger“ gussintensive Metzgereimaschinen. Den Markt kann man mit Rheinland-Pfalz und Saarland umreißen. 1944 wurde das in der Wolfsgasse in Enkenbach ansässige Unternehmen bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Es wurde nie wieder aufgebaut.

 

Fleischereimaschine

Metzgereimaschine (Kutter)

Der tüchtige Ingenieur Jakob Heger hatte in den 30er Jahren aber auch Traubenpressen für Weinbaubetriebe entwickelt. Die patentgeschützte „Pfalzkelter“ entwickelte sich zu einem Renner und wurde in unterschiedlichen Größen zu Hunderten in die Weinbauregionen von Rheinland-Pfalz und der Saar geliefert. Weil technisch überholt, wurde die Fertigung Mitte der 50er Jahre eingestellt.

Obstkelter

Traubenkelter

Neben der Gießerei wurde 1954 ein Apparatebau gegründet, der bis 1978 für die Chemische Industrie Anlagen und Behälter aus Stahl und Sonderstählen herstellte. Ausräumschnecken für Spezialöfen, Mahltrommeln zur Herstellung des Pulvers für die Beschichtung von Tonbändern, Autoklaven, Rührwerke, zählten zu den Erzeugnissen, die auch in die Niederlande, nach Schweden und selbst bis nach Brasilien geliefert wurden.

 

Maschinenteile

Metzgereimaschien (Wurstfüllmaschine)

Inzwischen hatte seit 1965 der älteste Sohn von Hans Heger, Hans-Jakob, verantwortlich die Geschäftsführung übernommen und die Firma als eines der ersten Gießereiunternehmen überhaupt auf ein völlig neues, ressourcenschonendes Formverfahren umgestellt. Mit dem Erwerb der Meehanite-Lizenz wurde die Qualität der Erzeugnisse entscheidend verbessert.

HegerGuss (so firmiert das Unternehmen seit 1989) gewann deutschlandweit in der Branche und bei den Kunden Profil als gefragter Hersteller von Einzelstücken und Kleinserien aus Grauguss und zunehmend aus Kugelgraphitguss, einem Gusseisen mit stahlähnlichen Eigenschaften. HegerGuss war Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft Qualitätsguss“, die als loser Zusammenschluss führender deutscher Gießereien in der Fortentwicklung der Eisenwerkstoffe und der Prozessbeherrschung innovative, kundenorientierte Weiterentwicklungen initiierte. Um die Jahrtausendwende gelang HegerGuss der Einstieg in die Herstellung von Guss für die Windkraftindustrie.

Hans Heger vor einem Motorblock

Hans-Jakob Heger vor einem Motorblock

Wie alles begann ...

„Am 12. Februar 1902 wurde von Karl Heger und Ludwig Müller bei dem Bezirksamt Kaiserslautern die Genehmigung einer Grau- und Metallgießerei, sowie einer mechanischen Werkstätte Modellschreinerei mit Sägewerk eingeholt … In den Anfangsjahren wurde Guß für Herde, Öfen, Landwirtschaft und Handelsguß hergestellt. 1913 trat der (älteste) Sohn des Mitgründers Karl Heger, Jakob Heger, an Stelle des Vaters in den Betrieb ein, der nun die Fabrikation nach und nach auf Chemie-, Maschinen- und Schablonenguss umstellte. 1917 schied Herr Ludwig Müller aus der Firma aus und dadurch ging dieselbe in den Alleinbesitz der Familie Heger über.“

(So beschrieb der Heimatforscher Friedrich W. Weber 1953 die Anfänge von „Heger & Müller“ in seiner Schrift „Aus Enkenbachs Vergangenheit“). Und im alleinigen Besitz der Hegers befindet sich das Unternehmen noch heute.

Alte Fabrikgebäude mit 2 Schloten

Alte Fabrikgebäude mit 2 Schloten

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Unternehmensleitung in den 30er Jahren (links Hans Heger, rechts Jakob Heger)

Jakob Heger war Geschäftsführer bis zu seinem Tode im Jahre 1948, doch stand ihm seit 1926 sein jüngster Bruder Hans als gleichberechtigter Geschäftsführer zur Seite. Ab 1948 war dieser allein verantwortlich bis kurz vor seinem Tod 1966. Für den Zusammenhalt der Familie sorgte viele Jahrzehnte die robuste und selbstbewusste Mutter Christine, Lina genannt.

Christine Heger

Christine Heger